14.10.2025 Transformation
Warum wir aussehen, wie wir denken – die Schlössli Corporate Story.
Wer dem Schlössli zum ersten Mal begegnet, merkt schnell: Hier stimmt etwas nicht mit dem gewohnten Bild von «Innovation» – im besten Sinne. Keine Hochglanzwelten, keine gebügelten Business-Stockfotos, keine stromlinienförmige Tech-Ästhetik. Stattdessen: abstrakte Figuren, steinartige Körper, verspielte Objekte und eine visuelle Sprache, die eher irritiert, als dass sie sofort gefällt. Und genau darin liegt ihr identitätsstiftender Charakter: Das Schlössli will nicht so aussehen wie alle anderen. Weil es auch nicht dasselbe verspricht wie alle anderen.
Ein Ort, der anders denkt – und so auch aussieht
Als Ort, an dem neue gesellschaftliche und unternehmerische Modelle entstehen, versteht sich das Schlössli als Schnittstelle zwischen Mensch und Technologie. Diese Dualität prägt das Erscheinungsbild. Die unperfekten, skizzenhaften, fast kindlich anmutenden Arbeiten von Stephan Dybus stehen bewusst quer zu gängigen Tech-Bildwelten, in denen alles glatt, effizient und kontrolliert wirkt. Sie sind fast eine visuelle Gegenrede zu dieser Logik. Man erkennt auf einen Blick, dass hier anders gedacht, anders gearbeitet und anders miteinander umgegangen wird. Wiedererkennbarkeit entsteht nicht durch ein weiteres generisches Innovationslogo, sondern durch eine Haltung, die man sieht.
Wo Gestaltung zur Haltung wird
Auch die Typografie spielt eine zentrale Rolle im visuellen Erscheinungsbild des Schlössli. Sie gibt der Marke eine Stimme – noch bevor ein Wort gelesen wird. Klar, markant und modern setzt sie ein Zeichen: nicht angepasst, sondern positioniert. Ihre Formensprache bleibt dabei bewusst zugänglich und lesbar, ohne an Prägnanz zu verlieren. So entsteht ein typografischer Ton, der Vertrauen schafft – nahbar, aber bestimmt. Unterstützt wird dieser Eindruck durch eine Farbwelt, die gängige Design Standards bewusst hinter sich lässt: Eine breite, kontrastreiche Palette aus natürlichen und leuchtenden Tönen verankert das Schlössli visuell zwischen Regionalität und Zukunft. Dadurch wird die Marke selbst dort wiedererkennbar, wo das Logo gar nicht auftaucht – durch Haltung, nicht durch Wiederholung.
Illustrationen, die keine Antworten geben – sondern Fragen stellen
Die Illustrationen sind keine Dekoration, sondern Impulsgeber. Sie erklären nichts, sie lösen Fragen aus. Sie wirken nicht perfekt und holen uns gerade deshalb aus dem mentalen Autopiloten: Darf Zukunft auch unfertig, schräg und menschlich sein? Muss Innovation immer glatt gebügelt aussehen, um als «seriös» zu gelten? Indem das Schlössli bewusst mit Sehgewohnheiten bricht, lädt es zur Reflexion und zum Dialog ein. Diese Art der Bildwelt macht genau die Reibung sichtbar, durch die im Schlössli neue Ideen entstehen. Wer sich darauf einlässt, spürt: Hier wird nicht nur über Innovation gesprochen, hier wird sie gelebt – inklusive der Unsicherheiten, die dazugehören.
Persönlichkeit statt Perfektion
Auch die Fotografie folgt dieser Logik. Statt inszenierter Business-Held:innen sieht man echte Menschen in echten Situationen, mit Ecken, Kanten und Emotionen. Der direkte Blitz, die raue Ästhetik und das bewusste Weglassen von Weichzeichnern schaffen eine Form von Ehrlichkeit: Man sieht, dass hier nicht alles perfekt kuratiert ist, sondern dass es um echte Begegnungen geht. Das Schlössli präsentiert sich nicht als Bühne für makellose Performances, sondern als Raum, in dem ausprobiert, diskutiert, gelernt und gemeinsam weitergedacht wird. Diese Offenheit in der visuellen Sprache zahlt unmittelbar auf Vertrauensbildung ein – gerade in Kontexten, in denen Digitalisierung und technologische Veränderung oft mit Überforderung und Abwehr verbunden sind.
Gestaltung, die Zukunft sichtbar macht
In einer Markenwelt, in der sich viele Innovationsorte visuell kaum unterscheiden, wird ein solcher Auftritt zum strategischen Vorteil. Die konsequente Bildsprache, die wiederkehrenden visuellen Elemente und die unverwechselbare Tonalität sorgen für Wiedererkennbarkeit über Kanäle und Formate hinweg – ob im Newsletter, auf Social Media, auf Veranstaltungsplakaten oder im Haus selbst. Wiedererkennbarkeit heisst hier nicht, dass alles gleich aussieht, sondern dass man das Schlössli in unterschiedlichen Kontexten intuitiv identifizieren kann: an der Mischung aus kantiger Illustration, roher Fotografie und einer Sprache, die nahbar bleibt, ohne banal zu werden. So wird das Corporate Design zu einem visuellen Anker, der Orientierung gibt – auch wenn die Themen komplex sind.
Was das alles mit Innovation zu tun hat? Sehr viel. Innovation ist selten von Anfang an schön und rund. Sie ist widersprüchlich, provisorisch, manchmal unbeholfen. Das Schlössli nimmt diese Realität ernst und macht sie sichtbar, statt sie zu kaschieren. Das Corporate Design übersetzt diesen Anspruch in ein visuelles Betriebssystem: Es zeigt, dass Zukunft nicht nur technologisch, sondern auch kulturell und gesellschaftlich verhandelt wird. Es signalisiert: Hier geht es nicht um die perfekte Erzählung, sondern um die richtigen Fragen. Wer das Schlössli sieht, soll spüren, dass dies kein weiterer Ort ist, an dem «Innovation» ausschliesslich bis zur Pitchreife poliert wird, sondern ein Raum, in dem gemeinsam herausgefunden wird, wie ein Morgen aussehen kann, der mehr ist als nur effizienter.
Fremd. Fordernd. Voller Möglichkeiten
Am Ende bleibt ein Eindruck, der hängen bleiben soll: Das Schlössli sieht nicht so aus, wie man es von einem Innovationsort erwarten würde. Es sieht so aus, wie sich Zukunft anfühlen sollte: ein wenig fremd, leicht fordernd, aber voller Möglichkeiten. Genau dadurch wird der Auftritt identitätsstiftend, schafft Wiedererkennbarkeit und baut Vertrauen auf: in die Menschen, in den Prozess und in die Idee, dass Veränderung nicht nur machbar, sondern gestaltbar ist.
Es gibt viele Ideen, Kreative und Angebote – aber nur ein Schlössli. That’s why we look like no other.
marcellini creative studio