02.07.2025 Transformation
Vom Buzzword zum Werkzeug: So machen wir Soziodigitale Transformation greifbar
„Soziodigitale Transformation“ – ein Begriff, der in Strategiesitzungen, Workshops, Pilotprojekten und politischen Zukunftsplänen regelmäßig die Runde macht. Er klingt gross. Vielleicht ein bisschen abstrakt. Und genau das ist das Problem: Wer Wandel gestalten will, muss ihn verstehen. Muss ihn fühlbar, greifbar und gestaltbar machen – jenseits der Buzzword-Blase.
Im Schlössli arbeiten wir genau daran: Begriffe mit Bedeutung füllen. Veränderung in konkrete Formate, Projekte und Netzwerke übersetzen. Damit Transformation nicht nur Schlagwort, sondern Werkzeug wird – für echten Fortschritt.
Was steckt hinter „Soziodigitaler Transformation“?
Sociodigital transformation (oft englisch genutzt) ist kein Schlagwort mit Geburtsurkunde. Vielmehr wuchs es aus einer wissenschaftlichen Beobachtung heraus: Der klassische Begriff „digital transformation“ reichte nicht aus, um die sozialen, kulturellen und politischen Dimensionen digitaler Veränderungen zu erfassen. So entstand eine Perspektive, die Technik immer im Kontext gesellschaftlicher Praxis denkt.
Wie wird der Begriff genutzt?
- Interdisziplinäre Forschung: Sozialwissenschaften, Informatik, Medien- und Organisationsforschung verwenden „sociodigital“ für Analysen, die soziale Praktiken und technische Artefakte zusammen denken — z. B. wie Lernverhalten, Arbeitsteilung oder Governance durch digitale Plattformen verändert werden.
- Regionale Entwicklung / Territorialstudien: Konzepte wie „sociodigital rural territories“ untersuchen, wie ländliche Regionen digitale Infrastruktur, lokale Ökonomien und soziale Netze vernetzen — nicht nur Technik-Rollout, sondern gesellschaftliche Einbettung.
- Politik & Governance: Es gibt neuere Arbeiten zu „sociodigital sovereignty“ und sozialer Nachhaltigkeit digitaler Transformation — also Fragen nach Datenhoheit, demokratischer Teilhabe und sozialer Nachhaltigkeit.
Bildung & Gesundheitswesen: Studien untersuchen „sociodigital practices/competences“ (z. B. Schulkontexte, Telemedizin) mit Fokus auf Fähigkeiten und institutionelle Anpassung.
Was macht „sociodigital transformation“ anders als „digital transformation“?
Kurz: Weg vom Technologie-zentrischen Blick hin zu einem relationalen Blick, der Technik immer in ihren sozialen Kontext einbettet — Gesellschaft, Bildung, Wirtschaft, Kultur, Governance, Ethik. Während „digital transformation“ oft Unternehmensprozesse, Business-Modelle und Technologien betont, fordert „sociodigital“ die Berücksichtigung von:
- Gesellschaftlichem Impact
- Bildung und Kompetenzen
- Institutioneller Wirkung
- Datensouveränität und Ethik
- Wirtschaftliche Innovation und Wettbewerbsfähigkeit
Der Begriff beschreibt nicht weniger als die Schnittstelle von Gesellschaft und Technologie. Es geht nicht nur um die Digitalisierung von Prozessen. Sondern darum, wie wir als Gesellschaft diese Technologien gemeinsam gestalten, nutzen – und manchmal auch neu verhandeln.
Warum Buzzwords oft scheitern
Viele Begriffe in der Innovationswelt sind zu leer oder zu überladen. „Transformation“, „Resilienz“, „Digitale Ökosysteme“ – sie stehen in Strategiedokumenten, aber selten im Alltag. Das Problem:
Wenn niemand genau weiss, was gemeint ist, bleibt Wandel Theorie.
Unsere Ziel Verständlich kommunizieren, greifbar machen und ins Handeln bringen.
Wie wir Soziodigitale Transformation im Schlössli greifbar machen
Im Schlössli verstehen wir digitale Transformation nicht als Selbstzweck. Für uns ist sie ein Werkzeug, um gesellschaftlichen Wandel, Innovation und Lernen zu gestalten – bewusst, vernetzt und erlebbar. Technologie ist nur ein Mittel, der eigentliche Fokus liegt auf Menschen, Netzwerken und Wirkung.
Vom Use Case zum Impact Case
Wir setzen Projekte so um, dass sie nicht nur eine technische Lösung bieten, sondern langfristig gesellschaftliche Wirkung entfalten. Ein Use Case zeigt, wie eine Idee funktioniert – wir gehen weiter: Wir fragen, wie diese Lösung Bildung, Arbeit, Governance oder Kultur nachhaltig verändert. So entsteht aus jeder Initiative ein Impact Case, der über kurzfristige Effekte hinaus Wirkung zeigt. Vom Use Case zum Impact Case
Bildung & Kompetenzen
Wir entwickeln Lernformate, in denen Teilnehmende nicht nur verstehen, wie Technologie funktioniert, sondern auch lernen, sie durch Kooperation, Kreativität und kritisches Denken gezielt einzusetzen. So werden digitale Kompetenzen praxisintegriert vermittelt und in gesellschaftliche Kontexte eingebettet. (Impact Case bydo: Wie wir Bildung neu denken – im Explorer Network).
Innovationsökosysteme
Wir gestalten und aktivieren Innovationsökosysteme, in denen Unternehmen, Start-ups, Forschungseinrichtungen und Verwaltungen miteinander vernetzt sind. In solchen Ökosystemen entstehen Innovationen nicht im Alleingang, sondern durch Kooperation, Austausch und gemeinsame Wertschöpfung. Digital vernetzt, regional wirksam: Erfolgsfaktoren von Innovationsökosystemen
Explorer Networks
Innovation entsteht nicht in Silos. Unsere Explorer Networks verbinden Pionier:innen, Denker:innen und Macher:innen über Branchen, Disziplinen und Ländergrenzen hinweg. Hier teilen wir Wissen, kombinieren Erfahrungen und entwickeln gemeinsam neue Lösungen.
In diesen Netzwerken werden Ideen nicht nur diskutiert, sondern direkt ausprobiert, weiterentwickelt und skalierbar gemacht. So schaffen wir Robustheit, Nachhaltigkeit und echte Wirkung, weil Lösungen im sozialen und organisationalen Kontext getestet und vernetzt werden. Innovation geht so: Explorer Networks
Transformation ist kein ziel sondern ein Prozess
Im Schlössli digitalisieren wir nicht um der Technologie willen. Wir gestalten Wandel bewusst, fördern Kompetenzen und schaffen Räume, in denen Innovation und gesellschaftliche Wirkung zusammenkommen. Für uns heißt das:
- Technologien nutzen, damit Menschen sich entfalten.
- Wandel gestalten, damit er gesellschaftlich wirkt.
- Innovation leben, damit sie Verbundenheit stärkt.
So wird sociodigitale Transformation im Schlössli konkret, sichtbar und wirksam – in Projekten, Netzwerken und Begegnungsräumen, die den Wandel aktiv mitgestalten.